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Jungsängerfahrt nach Willingen / Sauerland vom 16. – 18.05.2009
Da, wo sich alljährlich die Skisprung-Elite ein Stell dich ein gibt und Massen von Menschen nur eines im Sinn haben, nämlich feiern bis der Arzt kommt, da wollte auch die
Eintracht-Jugend mit 15 Mann ihre eigene „Duftmarke“ setzen. Das war so eine Schnapsidee unseres Cheforganisators Wölfi.
Das A & O einer Jungsängerfahrt ist neben einer guten Laune auch eine gewisse Trinkfestigkeit. So manches Ah ! am Anfang wird dann zum Schluss auch mal zum Oh !
Gut bestückt mit allerlei Flüssigkeiten und Pfälzer Spezialitäten ging es pünktlich am freitag Morgen mit dem Kleinbus los über die Autobahn Richtung Frankfurt. Dort in der Nähe warteten auch schon unser „Edelreservist“ Uli Gerdon und sein Adjutant „Jünter“.
Nachdem die ersten Fässer Bier bereits geleert waren, ließen wir uns auch das „Pelzer Buffet“ auf einem Parkplatz so richtig schmecken.
Auf der Weiterfahrt wurde das Wetter dann leider immer schlechter. Also kein Sonnenbrand in Richtung Sauerland ! Bei kaltem Wetter läuft die Nase, bei kaltem Bier passiert´s der Blase. Unser „Junior“ wurde gerade noch rechtzeitig erlöst, bevor alles in die Hose ging. Nach dem „Massenpinkeln“ fühlten wir uns wieder wohler und die Restbestände an Bier waren dann auch schnell verbraucht – wir fühlten uns wie die
„Promillionäre“.
In Willingen angekommen, bezogen wir unsere Quartiere im Brauhaus. Wir staunten nicht schlecht über die großzügigen Mehrbettzimmer und das Interieur des gesamten Hotels.
Ausgerechnet Wölfi der eine Supersuite für sich erwartet hatte und sein Bettgenosse Uli Schilling – fortan auch „Uschi“ genannt – mussten mit einem spartanischen Zimmer mit Hinterhofausblick Vorlieb nehmen. Nach der Inspektion des Hotels hatten wir bis zum Abendessen noch Zeit einen Bummel durch den Ort zu machen. Kneipe an Kneipe reihten sich in der Hauptstrasse – zu diesem Zeitpunkt jedoch noch recht leer.
Nach dem Abendessen – es gab ein super leckeres kaltes und warmes Buffet – suchten wir die nahe gelegene hauseigene Diskothek auf. Hier gab es 3 Möglichkeiten um seinen Trieben freien Lauf zu lassen. Zunächst gelangten wir in eine Räucherkammer, wo die Nebelschwaden jede Lust am weiteren Aufenthalt nahmen. Dann gab es noch die Schankwirtschaft mit Tresen für die Gemütlichen unter uns. So mancher Ausgang führt dann aber doch zu neuen Ausgangspunkten. Endlich hatten wir das Richtige für uns in einer rauchfreien Zone gefunden. Das selbstgebraute Bier floss in Strömen und die Großraumdisco füllte sich langsam mit Leben, allerdings mit sehr viel „jungem Gemüse“.
Es war schon eine seltsame und ruhige Stimmung. Der kluge Mensch, glaubt es mir, der redet nicht und trinkt sein Bier!
Auch wenn wir uns Jungsänger nennen, so kamen wir uns doch eher als „Gruftis“ vor und meideten geschlossen die Tanzfläche mangels Angebot und Nachfrage. Nur Wölfi fühlte sich hier einigermaßen wohl und zeigte sich in Geberlaune mit einem spendierten 10-Liter-Faß Bier. Im Laufe des Abends sollten es noch ein paar mehr werden.
Auch unser Frischling Frank Wagner, mit seinem coolen Outfit, genoss die Atmosphäre sichtlich.
Unser Chef „Heri“ wurde hier erst gar nicht gesichtet, ihn zog es zusammen mit seinem Schwiegersohn Klaus in die Sauna – es gab auch hier viel zu Schwatzen und zu Schwitzen.
Am Samstag nach einer kurzen Nacht und einem sehr reichhaltigem Frühstück machten die meisten einen ausgiebigen Spaziergang mit Stipvisite im berühmten und berüchtigtem „Sauerlandstern“. In einem Bier-Pub streckten wir unsere Köpfe auch mal in die Sonne und genossen das sprudelnde Nass, dass der Wirt uns zapfte aus dem Fass. Ursprünglich wollten wir auch Cart fahren. Nachdem wir durchs ganze Dorf gezogen sind, haben wir die Cart-Bahn auch gefunden. Sie war jedoch nicht in Betrieb.
Am Nachmittag dann der „Aufstieg“ bzw. die Fahrt mit der Gondel auf den heiligen Berg der Gemeinde mit der „Speisung der 5.000“ auf der Berghütte in flüssiger Form. Das erste was wir von unserem „Samba-Pfälzer Ivo hörten, war sein lang gezogenes „Neiiiiiiin“! – Was hier los war kann man in Worten nicht wieder geben. Als wir uns bis zur Theke durchgekämpft hatten, orderten wir das erste 10-Liter-Fass Bier zu einem stolzen Preis. Der Wettergott konnte das offenbar nicht länger mit ansehen und öffnete seine Schleusen. Jetzt kübelte es aus allen Lagen. Doch ein verregneter Tag kann es nicht aufnehmen gegen eine sonnige Stimmung.
Mit viel Alkohol erscheint manches vielleicht zweifach, aber vieles sicher auch einfach.
Natürlich wollten auch wir unter den Massen auffällig in Erscheinung treten und so leiteten wir unser so genanntes „schwebendes Verfahren“ (eine Erfindung von Richy Schönemann) ein und trommelten auf dem Biertisch und unseren Schenkeln das Stakkato im gleichmäßigen Rhythmus. Komisch, keiner hat´s bemerkt !?
Ein Durchkommen zur Toilette war unmöglich. In Sichtweite stand da aber ein Baum, der in auffälliger Weise sich vom Umfang der anderen Gehölze ab hebte. Kein Wunder bei dieser natürlichen Düngung.
Den Bergabstieg packten wir problemlos und manche machten im Hotel noch ein kurzes Nickerchen bevor es am frühen Abend zur Brauereibesichtigung ging. Es war sehr interessant wie der Braumeister uns mündlich über die Verfahrensweise der modernen Braukunst informierte. Auch ein Kurzfilm ergänzte das Fachwissen um das berühmte Reinheitsgebot des deutschen Bieres und der besonderen Liebe zu diesem süffigen Vergnügen.
Dazu passt folgender Reim:
Wenn ich deinen Hals berühre,
deinen Mund zu meinem führe
ach, wie sehn ich mich nach dir –
heiß geliebte Flasche Bier.
Als Geschenk erhielten wir alle ein Bierkrug mit dem wir auch den Gutschein für 2 Getränke in der Gaststätte Brauhaus einlösen konnten. Außerdem gab es noch eine kräftige Erbsensuppe. Zum Dank stimmten wir eine paar Pfälzer Lieder an, die sowohl dem Wirt als auch den anwesenden Gästen gefielen. In besonders ausgelassener Stimmung präsentierte sich auch unser „Bayer“ Richie der uns mit ein paar Trinksprüchen und Witzen blendend bei Laune hielt. Natürlich durfte das „schwebende Verfahren“ auch nicht fehlen.
Die Zeit zum Abendessen gegen 19:30 Uhr dauerte einigen zu lange. Deshalb kamen wir auf die Idee aus dem Foyer des Hotels bereits ein paar „Leckerli“ als Vorspeise zu ergattern und auf den Stehtischen einzunehmen, was uns aber böse Blicke des Hotelpersonals bescherte.
Auch die von uns angestimmten Lieder nach dem Hauptessens in diesem 4-Sterne-Hotel, waren vielleicht nicht so angebracht.
Danach war wieder Disco-Time angesagt. Doch auch diesmal waren die Beine wieder zum Tanzen zu schwer. Stefan Keiner, der, der lieber mit dem Wolf tanzt, wippte den ganzen Abend mit seinen Armen im Takt der Musik. Das ist so eine Art „Ententanz“.
Der Tanzsaal war aber auch proppenvoll und trotz Klimaanlage war es kaum auszuhalten.
Wir haben nicht gezählt, wie viele Fässer Bier wir verkonsumierten. Zu später Stunde kehrte der „harte Kern“ mit lautem Gegröle ins Hotel zurück um auf dem Balkon des Hauses noch weiter zu zechen. Danach war der Kanal aber wirklich voll.
Nach dem Sekt-Frühstück am Sonntag waren die Zimmer zu räumen und wir traten wohl gelaunt die Heimreise an. Diesmal war im Kleinbus die Frau des Busunternehmers am Steuer. Sie musste sich auf der Rückfahrt einige Kritiken von „Franky“ Wittmann anhören, der mit der Fahrkunst offenbar nicht immer einverstanden war.
Wir kamen trotzdem gut in Waldsee an und erholten uns sehr schnell im Schoß der Familie von den reichlichen Strapazen dieses Ausfluges.
Auch wenn wir das besondere Flair des „Sonnenhofes“ unserer letzt jährigen Touren diesmal etwas vermissten, lässt sich doch sagen, dass das Sauerland eine Reise wert war und für uns jung gebliebene Sänger in nachhaltiger Erinnerung bleiben wird.
Gesang und Liebe in schönem Verein
Sie erhalten dem Leben den Jugendschein
(Friedrich von Schiller (1759 – 1805).
Ansonsten von Eurem Jungsänger
Uli Schilling
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